Einfache Datenschutz-Lösung Nr. 7
Speichere Dateien, ohne die Schlüssel abzugeben
Das Problem
Die meisten Cloud-Speicher sind nicht von Haus aus privat. Google Drive, Dropbox, OneDrive — der Anbieter hält die Schlüssel zu deinen Dateien, verschlüsselt oder nicht. Das bedeutet: Mitarbeitende, automatisierte Scanner oder eine behördliche Anfrage können auf das zugreifen, was du gespeichert hast — ohne dass du je davon erfährst.
Das Datenschutzrisiko
Für einen Ordner mit Urlaubsfotos fällt dieses Risiko kaum ins Gewicht. Aber Reisedokumente, Finanzunterlagen oder alles, was sonst niemand sehen soll — das ist eine andere Geschichte. Es gibt zwei Wege, das wirklich zu lösen, in der Reihenfolge, wie stark sie etwas verändern.
Verschlüsseln, bevor es dein Gerät verlässt
Die einfachste Lösung: den bestehenden Cloud-Speicher weiterverwenden, aber Dateien schon auf dem eigenen Gerät verschlüsseln, bevor sie hochgeladen werden. Der Anbieter bekommt nur noch verschlüsselte Daten zu sehen.
Funktioniert mit jedem Cloud-Anbieter
Open Source, clientseitige AES-256-Verschlüsselung. Einen Tresor erstellen, ihn auf einen Ordner bei Google Drive, Dropbox, Nextcloud oder ein lokales Laufwerk zeigen lassen — alles darin wird verschlüsselt, bevor es synchronisiert wird. Die Desktop-Apps (Windows, macOS, Linux) sind kostenlos und Open Source. Die mobilen Apps (iOS, Android) sind kostenlos zum Betrachten der Tresore; der volle Lese-/Schreibzugriff kostet einmalig 29,99 €, separat pro Plattform.
macOS
Linux
Android
iOS
Oder ganz von der Cloud unabhängig werden
Die stärkste Option: Dateien erst gar nicht an Dritte weitergeben. Ein NAS (Network Attached Storage) im Heimnetzwerk speichert alles lokal, synchronisiert über die eigenen Geräte und berührt nie einen fremden Server.
Volle Kontrolle, kein Abo
Die meisten NAS-Marken für Privatanwender (Synology und QNAP sind gängige Beispiele) bieten Apps für automatisches Foto-Backup, Dateisynchronisation und sogar Kalender- und Kontaktsynchronisation über CalDAV/CardDAV — sodass die eigenen Daten auf Hardware im eigenen Zuhause bleiben statt in einem Rechenzentrum. Für den besten Schutz vom Internet trennen und von nicht vertrauenswürdigen Geräten segmentieren. Der Kompromiss: kein automatisches Offsite-Backup, sofern man es nicht selbst einrichtet, und die Synchronisation zwischen Geräten setzt in der Regel voraus, dass sie sich im Heimnetzwerk befinden (oder per VPN verbunden sind).
macOS
Android
iOS
Ausserdem erwähnenswert:
- Proton Drive — zero-knowledge-verschlüsselter Cloud-Speicher, Schweizer Rechtsraum. Besonders lohnenswert, wenn du bereits Proton Mail, VPN oder andere Proton-Apps nutzt, da es sich nahtlos in dieses Ökosystem einfügt.
- iCloud Advanced Data Protection — kostenlos für iPhone-/Mac-Nutzer, verschlüsselt die meisten iCloud-Daten Ende-zu-Ende, sobald aktiviert. Empfehlenswert trotz Einschränkung: E-Mail, Kontakte und Kalender bleiben aus Interoperabilitätsgründen ausserhalb der Verschlüsselung.
- MEGA — zero-knowledge-verschlüsselter Cloud-Speicher, weit verbreitet, von uns nicht persönlich getestet.
Aus dem Blog
Weiterführende Beiträge aus dem Pretty Simple Privacy Blog.
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